Führung bei der Trinkwasseraufbereitung Muttenz
Seit einigen Jahren unternehmen wir vor unserer jährlichen Generalversammlung einen gemeinsamen Ausflug in die Umgebung. Während wir in vorherigen Jahren eine Führung im Zolli (Zoo Basel) oder eine Besichtigung des Birsigtunnels (eine Flussunterquerung der Basler Innenstadt) durchgeführt haben, beschäftigten wir uns in diesem Jahr mit dem Ursprung unseres Trinkwassers. Aus diesem Grund begaben wir uns in den Hardwald, zur Trinkwasseraufbereitung der Gemeinde Muttenz. Einer der drei Versickerungsgräben im Hardwald Versickerung Der erste Stopp auf unserer Tour war die Versickerungsanlage im Hardwald. In Versickerungsgräben fliesst von Schwebstoffen befreites Rheinwasser langsam durch den Wald. Über den lockeren und kiesigen Grund der Gräben versickert das Wasser im Boden und reichert so das Grundwasser an. Auf seinem Weg durch den Boden wird das Wasser auf natürliche Weise von biologischen und chemischen Verunreinigungen gesäubert. Zudem entsteht durch die Anhäufung des Wassers im Waldboden ein sogenannter Wasserberg, welcher auch ohne Versickerung für einige Wochen Wasser zwischenspeichert. Pumpstation Das von durch den Waldboden gefilterte Wasser wird von insgesamt 32 Brunnen gefördert, von denen 2 Brunnen zur Gemeinde Muttenz gehören. Einen dieser Brunnen, das «Pumpwerk Obere Hard» stellte den zweiten Stopp auf unserer Reise durch die Muttenzer Trinkwasseraufbereitung dar. An dieser Stelle fördert ein ca. 30 m tiefer Brunnen das Wasser aus dem 40 m tiefen Kieskoffer. Filteranlage Das Filtrationswerk von aussen Zum Abschluss der Führung besichtigten wir die Aufbereitungsanlage, welche das aus den beiden Brunnen gewonnene Wasser in einem dreistufigen Prozess weiter reinigt und ins Trinkwassernetz einspeist: Nach einer chemischen Reinigung, in der Verunreinigungen mit Wasserstoffperoxid zersetzt werden, werden diese mit Aktivkohle gebunden. Die Aktivkohle wird anschliessend in Absetzbecken abgeschieden und zu ¾ wieder verwendet. Um die letzten Reste der Aktivkohle zu entfernen, wird das Wasser in einem Ultrafiltrationsprozess durch eine mikroporöse Struktur geleitet. Neben der Funktionsweise der Aufbereitungsanlage wurden wir auch spielerisch an die Gefahren (insb. Industrie und Verkehr) für die Qualität des Trinkwassers aus dem Hardwald herangeführt.