🇩🇪 · UN-Hack-Bar · silson
Auf dem 39c3 in Hamburg wurde von Marc-Uwe Kling (Autor, Liedermacher und Kabarettist; Bekannt durch die “Känguru-Chroniken”) sowie von Linus Neumann (Sprecher des CCC) zum Digital Independence Day aufgerufen. Da wir uns als Hackspace, aber auch als Teil des CCC, ganz besonders für digitale Mündigkeit einsetzen, mussten wir bei diesem Aufruf nicht lange überlegen: Selbstverständlich möchten wir Teil dieser Bewegung sein und unsere Kompetenzen einbringen. Daher laden wir alle Menschen aus der Umgebung herzlich dazu ein, bei uns den Digitalen Unabhängigkeitstag zu begehen. In diesem Jahr werden wir an mehreren Terminen, jeweils am ersten Sonntag des Monats, zu unterschiedlichen Themen dabei helfen, digitale Souveränität (wieder)zuerlangen. Los geht es am 4. Januar um 13 Uhr in unseren Vereinsräumen. Wer am ersten Termin nicht kann, nicht schlimm, der nächste Termin ist am 1. Februar um 13:00 Uhr geplant. Bei diesem ersten Termin wird es vor allem um Beratung sowie um Fragen und Antworten gehen. Was kann ich sinnvoll mit einem alten Laptop machen, auf dem sich Windows 11 nicht mehr installieren lässt? Sind alternative Betriebssysteme wirklich kompliziert? Welche Instant-Messaging-Dienste gibt es abseits von WhatsApp und wie lassen sie sich nutzen? Solche und ähnliche Fragen sind genau unser Thema. Kommt also einfach vorbei und sprecht mit uns über echte Unabhängigkeit von „Big Tech“.
Allgemein
🇩🇪 · Chaos Computer Club
Es reicht. Mit KI wächst die Machtkonzentration weiter Das Netz sind wir Der Digital Independence Day Europa ist im Würgegriff von Big Tech. Die Plattformen scheren sich nicht um unsere Gesetze, zersetzen unsere Demokratie und damit unsere Freiheit. Die Trump-Administration und die mit ihr verbündeten Tech-Milliardäre scheuen sich nicht davor, uns durch diese Abhängigkeiten zu erpressen. Die Bundesregierung wirkt wie ein Reh im Scheinwerferlicht und traut sich nicht einmal, X zu verlassen. Also müssen wir vorangehen. Wenn wir gemeinsam wechseln, können wir den Netzwerkeffekt aushebeln. Die Macht und das Missbrauchspotenzial der „sozialen“ Medien zeigt sich eindrücklich am Beispiel Twitter: Nach seinem Kauf veränderte Elon Musk die Plattform in kürzester Zeit grundlegend. Strukturen für Faktenprüfung und respektvollen Austausch wurden abgebaut, Reichweiten verschoben, progressive Stimmen verdrängt. Trotz massiven Vertrauensverlusts bleibt X gesellschaftlich einflussreich: Politische Accounts geben dem Dienst Legitimität, mediale Zitate stärken seine Relevanz und Reichweite. Diese Reichweite wird immer mehr genutzt, um Ausgrenzung und Desinformation zu verbreiten und gezielt politischen Einfluss zu nehmen. Kürzlich verhängte die EU eine Strafe gegen X wegen Nichteinhaltens grundlegender Anforderungen des Digital Services Act (DSA), der genau den Gefahren der Machtkonzentration entgegenwirken soll. Seitdem verstärkt X auf wundersame Weise die Reichweite EU-kritischer Stimmen, und Elon Musk forderte sogar die Auflösung der EU. Wenige Tage später folgte dann das Einreiseverbot für den ehemaligen EU-Kommissar Thierry Breton, der den DSA maßgeblich gestaltet hat, sowie für Vertreterinnen von HateAid, die im Rahmen des DSA systematisch illegale Inhalte wie Hass, Hetze und Volksverhetzung zur Prüfung und Entfernung melden. Diese Eskalation zeigt: Hier geht es längst nicht mehr nur um eine Plattform, sondern um den Einfluss auf öffentliche Debatten, demokratische Prozesse und europäische Rechtsstaatlichkeit. Und X ist kein Einzelfall. Kommerzielle zentrale „soziale Medien“ optimieren auf Aufmerksamkeit und Abhängigkeit – oft mit nachweislich schädlichen Folgen, insbesondere für junge Menschen. Natürlich müssen Gesetze durchgesetzt werden, die zu unserem Schutz erlassen wurden. Ebenso liegt es aber an uns, Plattformen den Rücken zu kehren, die uns schaden oder sich sogar derart radikal gegen unsere Demokratie stellen. Zentralisierte „soziale“ Medien analysieren unsere Beziehungen und Interessen, um die Erkenntnisse möglichst gewinnbringend für Werbevermarktung oder politische Einflussnahme zu nutzen. Künstliche Intelligenz verstärkt diesen Trend: Immer größere Datenmengen können ausgewertet, automatisiert genutzt und wirtschaftlich verwertet werden. Auch Cloud-Dienste behandeln Nutzerdaten zunehmend als Rohstoff – nicht zuletzt, um Abhängigkeiten weiter zu vertiefen. WhatsApp, Instagram, X oder Facebook sind Milliarden wert. Ihr eigentlicher Wert sind wir – die Nutzer*innen. Natürlich ist der Ausstieg nicht immer leicht: Schulklassen, Freundeskreise, politische Debatten – vieles scheint an einzelne Plattformen gebunden. Doch genau hier liegt unsere gemeinsame Chance: Wenn wir den Netzwerkeffekt bewusst nutzen, statt uns von ihm fesseln zu lassen, können wir neue Wege gehen. Beim 39. Chaos Communication Congress ruft der Autor Marc-Uwe Kling zum Digital Independence Day auf. An jedem ersten Sonntag im Monat machen wir gemeinsam einen Schritt auf die bessere Seite des Netzes. Wir zeigen, dass Alternativen funktionieren, und nehmen Freund*innen und Bekannte am besten gleich mit. Und damit mehr Leute davon erfahren, nutzen wir die neuen und alten sozialen Medien, um unsere Erfahrungen zu teilen. „Nicht nur der Wechsel ist wichtig, wir müssen danach auch darüber sprechen. Am besten geben wir sogar damit an, dass wir uns von einem Big-Tech-Dienst befreit haben. #DIDit“, sagte Marc-Uwe Kling. Auf der Kampagnenseite der von vielen weiteren Organisationen unterstützten Initiative werden Wechselrezepte gesammelt. Mancher Umzug will vorbereitet sein: neue Netzwerke finden, Kontakte behalten, Gewohnheiten anpassen. In vielen Städten stehen dafür Freiwillige des CCC mit Erfahrung, Beratung und praktischer Unterstützung zur Seite: Wir helfen beim Umzug von Windows 10 zu sichereren Alternativen, beim Umzug von WhatsApp zum geeigneten Messenger, beim Umzug von Gmail zu einem vertrauenswürdigen Anbieter. .Alle regelmäßigen Termine – auch die der vielen weiteren -Organisationen – werden auf der zentralen Termin-Plattform gesammelt. Supporter*innen und -Gruppen können dort .Die Plattform wird vom Chaostreff Flensburg ehrenamtlich bereitgestellt. Die ersten Workshops zum Digital Independence Day finden schon am 4. Januar statt Partner termine.di.day selbstständig Termine anlegen und pflegen Alle Veranstaltungen