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Haecksenfrühstück So, 28.09.2025
English version below. Am So, 28.09.2025 von 10:30-13:00 Uhr findet in der Datenburg (Bornheimer Str. 25, 53111 Bonn) mal wieder das Bonner Haecksenfrühstück statt! Wir Haecksen sind eine Gruppe von technologieinteressierten FLINTA-Personen und möchten uns in gemütlicher Atmosphäre zusammensetzen, frühstücken, einander kennenlernen und austauschen. FLINTA ist ein Akronym und steht für Frauen, Lesben, intersexuelle, nicht-binäre, trans und agender Personen. Du hast Lust, die Datenburg kennenzulernen, Gleichgesinnte zu finden oder bringst eine Projektidee mit, für die du Mitstreiter*innen suchst? Dann ist das Haecksenfrühstück die perfekte Gelegenheit.
CCC trauert um Jürgen "Bishop" Christ
Nachruf auf Jürgen „Bishop“ Christ * 1962 bis † 2025 In den 1980er-Jahren gründete Jürgen die , eines der ersten E-Mail-Systeme in Deutschland. Als „Hackerbischof“ verband er Technik mit Philosophie und Kultur, nannte Computer eine „Kunst- und Kulturmaschine“ und begriff digitale Netze als Räume der Emanzipation. 1985 folgte die Gründung der , einer Schwesterorganisation des Chaos Computer Clubs. Underground Mailbox Cologne (UMC) Computer Artists Cologne (CAC) Mit Wau Holland, einem engen Freund und Weggefährten, entwickelte er Ideen, die die Hackerszene friedlich prägten – vom kreativen Widerstand gegen die Bundespost bis hin zu Aktionen wie dem „Protestklingeln“ 1995 gegen französische Atombombentests. Jürgen war eng verbunden mit dem Mailbox-Pionier Günther Leue, dem Gründer von GeoNet und Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs. Während Leue mit juristischem Mut und technischer Innovation das Postmonopol durchbrach und Mailboxen in Deutschland etablierte, brachte Jürgen diese Ideen in den gesellschaftlichen und politischen Diskurs ein. Beide verband der Pioniergeist, digitale Kommunikation frei, sicher und demokratisch zugänglich zu machen. Er verweigerte den Wehrdienst mit der Begründung, als Hacker keine Geheimnisse wahren zu können, da er der Wahrheit und der Weitergabe von Informationen verpflichtet sei. Dass er damit durchkam, erfuhr er am Messestand des FoeBuD auf der CeBIT. Dort veröffentlichte das Presseteam von FoeBuD, CCC und Jürgen eine gemeinsame Pressemitteilung – versehen mit dem offiziellen CeBIT-Logo, was fast zum Ausschluss des FoeBuD von der Messe führte. Früh erkannte Jürgen gesellschaftliche Umbrüche. Gemeinsam mit Wau Holland veröffentlichte er 1992 in der den Artikel „Das Ende der Demokratie“, in dem sie Flüchtlingskrisen, den Aufstieg der neuen Rechten und die allgegenwärtige mobile Vernetzung voraussahen. In demselben Jahr verwendete Jürgen bereits den Begriff „Smartphone“ – Jahre bevor er offiziell in die technische Sprache Eingang fand. Leipziger Volkszeitung Sein Engagement galt stets einer demokratischen Nutzung der digitalen Medien. Mit dem selbst entwickelten Online-Konferenzsystem erprobte er in den 1990er-Jahren Bürgerbeteiligung im Netz – etwa mit Konferenzen über Verschlüsselung, Frauen in der Politik, Homeoffice oder über Europas Rolle. Damit war er seiner Zeit weit voraus. Parallel entstanden Online-Communities wie und . Tele-o-Log Telemat Telematin 1997 veröffentlichte Jürgen gemeinsam mit Otfrid Weiss und anderen Mitstreitern die , auch bekannt als . Sie forderte ein universelles Menschenrecht auf digitale Existenz, Informationsfreiheit und ein „virtuelles Zuhause“ – Grundrechte, die heute aktueller sind denn je. Die UNESCO würdigte diese Erklärung als wichtigen internationalen Beitrag. Online Magna Charta Wartburg-Charta Jürgen war nicht nur Technikpionier, sondern auch politischer Beobachter mit feinem Gespür für Missstände. Als Journalist deckte er in den 1990er-Jahren politische Skandale auf, doch seine Ehrlichkeit und Sensibilität machten ihn für das harte Tagesgeschäft der Politik zu kompromisslos. Seine Haltung war stets: Frieden statt Gewalt, Freiheit statt Angst, Menschlichkeit vor Macht. Sein Lebensweg war eng mit der Erinnerung an seinen Freund Wau Holland verbunden. In seiner Rede 2021 zum Film schilderte Jürgen ihre Freundschaft als ein jahrzehntelanges Ringen um digitale Aufklärung, Offenheit und den Schutz vor Missbrauch neuer Technologien. „Alles ist eins. Außer der Null“ Jürgen Christ hinterlässt Spuren als Visionär, Netzaktivist und Freund. Er war ein Mensch, der in Technik Kultur sah, in Daten Demokratie und in Kommunikation Menschlichkeit. Sein Vermächtnis ist ein Auftrag: digitale Freiheit und Würde der Menschen zu verteidigen – mit Liebe, Mut und offenem Visier. Jürgen hat sein Leben immer selbstbestimmt gestaltet und ist nicht unerwartet nach wenigen Tagen auf einer Palliativstation am 17. August 2025 verstorben. Wir sind dankbar für die Zeit, die wir mit Dir teilen durften.
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Türen auf! Maus Türöffner Tag 2025
Hallo Maus-Fan, im Eigenbaukombinat Halle (Saale) geht es heiß her zum Maus-Türöffner-Tag am 03.10.2025. Ab 12 Uhr mittags glühen die Lötkolben. Wir wollen zusammen mit euch Löt-Bausätze des Elefanten zum Leuchten bringen. Bis 17 Uhr steht euch das EBK in der Landsberger Straße 3 offen. Die großen Maus-Fans können einen Kaffee trinken und sich bei einer Führung die Maschinen im EBK zeigen lassen. Die Bausätze sind kostenfrei, wir freuen uns aber trotzdem über eine kleine Spende.
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Meshtastic zusammen mit dem DARC e.V. in Einbeck
Zusammen mit dem Ortsverband Einbeck (H27) des DARC e.V. haben wir heute einen Meshtastic Router am Funk Relais Standort in Einbeck installieren dürfen. Meshtastic ist eine Ende-zu-Ende verschlüsselte, unabhängige und dezentrale Messenger Anwendung auf Basis des LoRa Funkprotokolls. Man benötigt einen knapp 20 Euro teuren Empfänger mit der entsprechenden Firmware. Die Geräte in Reichweite finden und vernetzen sich automatisch und senden sich gegenseitig die Nachrichten zu. Knoten können außerdem Nachrichten weiterleiten, falls eine Direktverbindung nicht möglich ist. (Meshing, Vernetzen) Der Empfänger wird mit einer Smartphone App oder am PC bedient. Es gibt aber auch eigenständige Geräte die einem alten Blackberry Telefon sehr ähnlich sehen. Es sind Direktnachrichten und Chat Gruppen möglich. Chat Gruppen haben allerdings den Nachteil, dass eine Zustellung an alle Mitglieder in der Gruppe nicht garantiert bzw. nachvollzogen werden kann. Bei Direktnachrichten hingegen kann man sehen, ob eine Nachricht angekommen ist oder nicht. Meshtastic wird oft auch als Kommunikationsmedium für den Notfall angepriesen. Wenn Telefon, Internet oder auch Strom ausgefallen sind, kann man damit durchaus Kontakt mit Freunden und Familie in der Nähe (10-50km je nach Abdeckung) halten. Wenn man für eine echte Notlage vorsorgen will, könnte man sich aber auch Notfunk , Amateurfunk oder Jedermannfunk anschauen. In jedem Fall kann damit sicherlich das eine oder andere Funkloch im Wald überwinden. Weitere Infos gibt es zum Beispiel in einem tollen Video von c’t 3003 . Vielen Dank an den DARC OV H27 fürs Möglichmachen! Nachtrag 22:30: Wir können nun auch Knoten in Northeim und Göttingen erreichen. Die Installation des Routers hat sich also auf jeden Fall gelohnt! 🚀